Fotos: Alexander Raemy

Für alle die das Interview verpasst haben, hier könnt ihr es nachhören:

Vielen Dank ans Fanradio für die Aufzeichnung.

Insgesamt haben die Düdingen Bulls ihre Haut bei der 1:7-Niederlage gegen Genf-Servette so teuer wie möglich verkauft. Mehr hatte man im Sechzehntelfinal des Schweizer Cups nicht erwarten dürfen. Ein grosses Eishockeyfest wurde es trotzdem.

Cup-Spiele sind für die Unterklassigen eine schöne Erfahrung. So war es auch gestern Abend für das 1.-Liga-Team Düdingen Bulls, das gegen den NLA-Verein Servette spielte. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Organisation den Sensler Klub in den vergangenen Wochen stark gefordert hat. Die knapp 1000 Zuschauer entfachten in der Eishalle SenSee eine tolle Stimmung, die die Spieler sicherlich lange nicht vergessen werden.

Spielerisch gingen die Genfer von Beginn weg konzentriert ans Werk. Und ganz offensichtlich ging es den Gastgebern am Anfang etwas gar schnell. So wurden sie sofort ins eigene Drittel gedrängt. Und nach fünf Minuten mussten sie dem Druck der Genfer erstmals Tribut zollen und den ersten Gegentreffer hinnehmen. Immerhin hatte kurz zuvor Perdrizat ebenfalls eine gute Möglichkeit besessen, wurde aber im letzten Moment am Schuss gehindert. Nach dem 0:3 in der elften Minute nahmen die Gäste etwas Tempo weg, und somit konnten sich die Düdinger etwas aus der Umklammerung lösen.

Den Respekt abgelegt

Im Mitteldrittel mussten die Düdinger früh ihre erste Strafe absitzen. Doch sie überstanden das Powerplay der Gäste überraschenderweise ohne grössere Probleme. Ganz offensichtlich gab ihnen dies Mumm. Denn nun folgten starke Minuten mit guten Möglichkeiten für die Sensler, fast schon im Minutentakt. Zuerst kombinierten sich Philippe Fontana und Benjamin Bussard durch, danach hatte Valentin Catillaz gleich mehrere gute Abschlussmöglichkeiten, und schliesslich war auch Mathieu Dousse bei seinem Backhandschuss nicht vom Erfolg gekrönt. Diese starke Phase der Düdinger wurde durch den Treffer von Kevin Romy kurz nach Mitte des Spiels jäh beendet. Und danach waren es wieder vorab die Genfer, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten und auch skorten. Doch die aufopfernde Leistung der Düdinger wurde doch noch belohnt: Verteidiger Janick Bertschy gelang aus spitzestem Winkel in der 38. Minute der viel umjubelte Ehrentreffer.

Spielen und spielen lassen

Das Schlussdrittel konnten die Düdinger sogar ausgeglichen gestalten. Ja, sie hatten kurz nach Wiederbeginn sogar mit einem Penalty noch die Möglichkeit zur Resultatkosmetik. Doch Mathieu Dousse scheiterte an Hüter Christophe Bays. Auf der Gegenseite hatte der eingewechselte Damian Guggisberg im Düdinger Tor noch einige Möglichkeiten, sich auszuzeichnen.

«Wir waren zu Beginn vom Tempo doch etwas überfordert», bilanzierte Bulls-Trainer Thomas Zwahlen nach dem Spiel. Auch Teamoldie Philippe Fontana sah das gleich: «Ja, am Anfang ging es uns eindeutig zu schnell, wir gerieten sehr rasch unter Druck und kassierten leider den ersten Treffer zu früh.» Danach sei es äusserst schwierig gewesen. «Neben der höheren Geschwindigkeit waren sie auch gerade vor dem Tor wesentlich aggressiver, als wir das von der Meisterschaft her gewohnt sind», meinte Fontana weiter. Ab dem zweiten Drittel habe sein Team aber doch wesentlich besser mithalten können. «Es war ein tolles Erlebnis, alle haben ihr Bestes gegeben, und es war eine super Stimmung in unserer Eishalle», freute sich Philippe Fontana.

Für Juraj Simek, der letztes Jahr einige Trainings mit den Düdingern absolviert hatte, war es eine Rückkehr in vertraute Umgebung: «Ja, ich habe doch den einen oder anderen gekannt, somit war es schön, hier einmal einen Ernstkampf zu bestreiten.» Trainer McSorley habe vom Team verlangt, dass es von Beginn weg voll zur Sache gehe, was auch so umgesetzt wurde. «Insgesamt war es ein sehr faires Spiel, das den Zuschauern sicher gefallen hat. Auch wenn der Klassenunterschied natürlich im Hockey gross ist zwischen Amateur- und Profiliga.»

Quelle: Markus Rudaz / Freiburger Nachrichten