„Dann werden wir halt Meister“

Veröffentlicht: 22. Januar 2015 von cbaeriswyl in Saison 2014/2015

Die Enttäuschung bei den Düdingen Bulls über das Ausscheiden im Qualifikationsspiel für den Schweizer Eishockey-Cup ist gross. Einen Tag nach der 1:3-Niederlage gegen Morges zeigen sich die Sensler aber bereits wieder kämpferisch.

Die Düdingen Bulls und der Schweizer Eishockey-Cup – das will einfach nicht zusammenpassen. Letztes Jahr verloren die Sensler bei der Neulancierung des Wettbewerbs in den Qualifikationsspielen der 1. Liga gegen Uni Neuenburg und verpassten den Einzug in den Sechszehntelfinal. Am Dienstag stand dem Team von Thomas Zwahlen Forward Morges vor der Sonne (1:3), sodass die Bulls auch in der Saison 2015/16 zusehen müssen, wenn die besten 32 Mannschaften um den Cup-Pokal kämpfen.

Lukrative Spiele

Ärgerlich ist das Ausscheiden für die Düdingen Bulls vor allem deshalb, weil im Sechszehntelfinal auch die NLA-Teams ins Geschehen eingreifen. Und weil da die qualifizierten Mannschaften nach Regionen zusammengelost werden, sind die Chancen in der Westschweiz gross, auf einen Gegner wie Servette-Genf, den HC Lausanne oder gar Freiburg-Gottéron zu treffen. Für die unterklassigen Vereine eine äusserst attraktive und lukrative Angelegenheit. Uni Neuenburg traf nach dem Triumph gegen die Bulls in der ersten Cup-Hauptrunde auf Gottéron–und lockte 1789 (zahlende) Zuschauer ins heimische Stadion.

Die Enttäuschung über das Verpassen der Hauptrunde war bei den Düdingen Bulls gross. «Nach der 1:3-Niederlage waren die Spieler extrem konsterniert und niedergeschlagen», sagte Trainer Thomas Zwahlen am Tag nach dem Spiel. «Minutenlang hat keiner ein Wort gesprochen. Es ist kein Beinbruch, gegen Morges, das über eines der teuersten und besten Teams der 1. Liga verfügt, zu verlieren. Dennoch tut es weh, denn das Erreichen der Cup-Hauptrunde war eines unserer grossen Saisonziele.»

Probleme in der Offensive

Anders als bei der Meisterschaftsniederlage am Samstag (2:6), als die Düdinger von Morges komplett überfahren wurden, dominierten sie am Dienstag die Partie. «Ich kann der Mannschaft keine Vorwürfe machen», so Trainer Zwahlen. «Wir haben unsere Schlüsse aus der Meisterschaftsniederlage gezogen. Diesmal waren wir klar überlegen und spielbestimmend. Unser einziges Manko war, dass wir die Überzahlsituationen zu wenig konsequent ausgenutzt haben.» Von den elf kleinen Strafen, die Morges aufgebrummt wurden, vermochten die Düdinger keine auszunutzen. Kurz nach dem Gegentreffer zum 3:1 konnten sie gar 1:43 Minuten in doppelter Überzahl agieren, der Anschlusstreffer blieb ihnen allerdings verwehrt. «Das war der Knackpunkt. Wenn uns da das 3:2 gelingt, verläuft die Partie anders», so Zwahlen.

Nicht zum ersten Mal hätten «seine Spieler in solchen Situationen die Cleverness und Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor vermissen lassen. Das zieht sich schon die ganze Saison hindurch.» Die Last des Toreschiessens ist momentan auf zu wenige Schultern verteilt, weil einige Spieler nicht ihr gewohntes Rendement liefern. Zudem fehlt den Bulls ein Goalgetter. Einer, der im entscheidenden Moment am richtigen Ort steht. Einer, wie Valentin Catillaz, der in der Vergangenheit des Öfteren bewiesen hat, dass er über Torriecher-Qualitäten verfügt. Nach seiner Verletzung ist Catillaz allerdings noch nicht topfit und braucht noch Zeit, um zu alter Form zurückzufinden. «Eigentlich waren unsere Torabschlüsse am Dienstag sehr gut, viel besser als in anderen Spielen. Aber bei Morges stand einer zwischen den Pfosten, der überirdisch gut hielt», wand Zwahlen dem Waadtländer Goalie Gregor Thuillard ein Kränzchen.

Eine kleine Hoffnung bleibt

Mit seinen Paraden war Thuillard mitverantwortlich, dass die Düdingen Bulls ihren Traum vom Derby gegen Freiburg-Gottéron ein weiteres Jahr auf Eis legen müssen. Eine Möglichkeit bleibt den Senslern, um sich doch noch für den Schweizer Cup 2015/16 zu qualifizieren: Der Schweizer Meister der Amateure erhält automatisch einen Startplatz. «Dann werden wir halt Schweizer Meister», sagt Thomas Zwahlen mit einem Ausdruck in seiner Stimme, der keinen Zweifel aufkommen lässt, dass er es ernst meint. In der Saison 2012/13 gewann der Berner mit den Bulls bereits einmal den nationalen Titel–und er traut dies seinem Team auch heuer zu. «Vorausgesetzt, alle Spieler sind fit, wenn die Finalspiele beginnen, dann können wir Meister werden. Mit dieser Mannschaft ist alles möglich.»

«Uns fehlt die Cleverness und die Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor.» Thomas Zwahlen

Text: Michel Spicher – Freiburger Nachrichten / Matchdetails: Regio-League

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