Düdingen Bulls schaffen gleich das Break

Veröffentlicht: 14. März 2016 von cbaeriswyl in Saison 2015/2016, Spielbericht
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In einer temporeichen und attraktiven Partie setzten sich die Düdinger im ersten Playoff-Finalspiel beim HC Sion mit 4:3 durch. Der entscheidende Treffer gelang Philipp Fontana drei Minuten vor Schluss der Begegnung.

Vor über 800 Zuschauern lieferten sich der HC Sion und die Düdingen Bulls ein packendes erstes Playoff-Finalspiel. Das erste Drittel dauerte nicht einmal ganze 30 Minuten, was auf die flüssige Spielweise der beiden stärksten Mannschaften der Westschweizer 1.-Liga-Gruppe zurückzuführen ist. Die Gäste aus Düdingen vermochten den Schwung aus der gewonnenen Halbfinalserie in diese Partie mitzunehmen. Bereits in der 7. Minute jubelten sie ein erstes Mal, doch vermochte ein Sittener den Puck noch auf der Linie wegzuspedieren. Nur eine Minute später lag der Puck dann doch erstmals hinter Hüter Antoine Todeschini, als Valentin Catillaz einen Schuss von Ludovic Hayoz unhaltbar ablenkte.

In der Folge wogte das Spiel hin und her, wobei beide Teams phasenweise unter Druck gerieten. Beim ersten Powerplay des Abends brauchte es eine erste Grosstat von Düdingens Goalie Yannic Aeby, der gegen Xavier Nendaz mirakulös rettete (13.). Allmählich nahm aber der Druck der Gastgeber zu, die Düdinger wurden mehr und mehr ins eigene Drittel zurückgedrängt. In der 18. Minute schliesslich wurde dieser Druck zu gross, und Xavier Nendaz war diesmal mit einem Backhand-Schlenzer erfolgreich. Danach verloren die Düdinger etwas die Orientierung – und schon lagen sie mit einem Treffer im Rückstand: Nachdem Simon Perdrizat vor dem gegnerischen Tor gescheitert war, lancierten die Walliser einen schnellen Konter und schlossen diesen durch Topscorer Oleg Siritsa erfolgreich ab (19.).

Braakers vorbildlicher Einsatz

Die Düdinger liessen sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Das Mitteldrittel begann allerdings wenig vielversprechend. Denn kurz vor der Pause hatte Jannick Bertschy auf der Strafbank Platz genommen. Und als nach dem Wiederbeginn ein Sittener gleich durchbrach, wusste sich Captain Michel Zwahlen nur noch mit einem Haken zu helfen. Somit mussten die Bulls während fast zwei Minuten in doppelter Unterzahl spielen. Sie verteidigten sich allerdings bravourös. Nach diesem schwierigen Beginn glich sich das Geschehen wieder aus, die Partie gewann an Fahrt. Und als die Düdinger ihrerseits erstmals in Überzahl agieren konnten, zeigten sie, dass sie diese Spezialsituationen endlich auf die Reihe kriegen: Michel Zwahlen verwertete einen Abpraller aus spitzem Winkel (25.) zum 2:2. Und es kam sogar noch besser: Als die Gäste kurz nach Spielmitte mit einem Mann weniger auf dem Eis standen, kamen sie zu einem Gegenstoss, der in einem Gewühl vor dem Walliser Tor endete. Dabei fiel Brian Braaker um, eroberte sich den Puck aber am Boden liegend und schubste diesen über die Torlinie.

Nun waren die Gastgeber wieder gefordert, allerdings wollte ihnen nicht viel gelingen. Bezeichnend dabei eine Aktion in der 34. Minute, als sie zu dritt gegen einen Düdinger Verteidiger stürmten, diesen ausschalteten, dann aber vor Hüter Yannic Aeby den Puck vertändelten. Und wenig später war wieder Tausendsassa Aeby zur Stelle, als er einen Puck unter sich begrub, während die Sittener bereits zum Jubel ansetzen wollten.

Um ein Haar wäre den Düdingern Sekunden vor Ende des Mitteldrittels sogar noch ein weiterer Treffer gelungen, als Todeschini von einem gewohnt harten Schuss von Ludovic Hayoz um ein Haar erwischt worden wäre und für kurze Zeit nicht genau wusste, wie er den Puck gehalten hatte.

Unglaubliche Schlussphase

Das Schlussdrittel war geprägt von vielen Zwei- und Bandenkämpfen und lange Zeit etwas weniger für Eishockeyfeinschmecker. Trotzdem war die Partie natürlich hochspannend. Sitten musste nun notgedrungen nochmals einen Zacken zulegen und vermochte effektiv wieder vermehrt Druck auf das Düdinger Tor auszuüben. Fünf Minuten vor Schluss wurde dieser Druck zu gross: Siritsas Schuss von der blauen Linie lenkte Rimann unhaltbar ab. Die aufopfernd kämpfenden Düdingen Bulls hatten aber offensichtlich keine Lust auf eine Verlängerung: Zwei Minuten nach dem Ausgleich eroberte sich nämlich Matthieu Dousse im gegnerischen Drittel mit energischem Forechecking den Puck und bediente den in der Mitte vor dem Tor völlig frei stehenden Philipp Fontana. Dieser liess sich die Möglichkeit nicht entgehen.

Die letzten zwei Minuten wurden somit für die Gäste noch zum Spiessrutenlaufen, als Sitten früh den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Doch auf Düdinger Seite vermochte man mit vereinten Abwehrkräften und einem bärenstarken Yannic Aeby im Tor den knappen Vorsprung über die Runden zu bringen.

«Gameplan beibehalten»

In der Düdinger Kabine herrschte nach der Partie zwar Zufriedenheit, aber keine überschäumende Euphorie – schliesslich ist allen bewusst, dass dies zwar ein wichtiger Erfolg war, dass aber noch weitere folgen müssen. «Unser Trainer hat uns in der ersten Pause noch einmal eingeschärft, trotz des Rückstandes nicht von unserem Gameplan abzuweichen», sagte Captain Michel Zwahlen.

Auch für seinen Vater, Trainer Thomas Zwahlen, war die Taktiktreue der Erfolgsfaktor: «Ich predige das natürlich schon die ganze Saison, dass ich jeweils eine gewisse Taktik von A bis Z durchspielen möchte. Heute machte ich meinen Spielern klar, dass in den Playoffs das Befolgen meiner Anweisungen doppelt wichtig ist.» Er habe erst rund zehn Minuten vor Ende der Partie auf drei Linien umgestellt, das sei doch sehr erfreulich gegen diesen starken Gegner.

Quelle: Markus Rudaz / Freiburger Nachrichten | Matchdetails: Regio-League

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