Düdingen mit dem Rücken zur Wand

Veröffentlicht: 21. März 2016 von cbaeriswyl in Saison 2015/2016, Spielbericht
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Mit einem Blitzstart und drei Toren im ersten Drittel machte Gastgeber Sion-Nendaz im dritten Playoff-Finalspiel vor 853 Zuschauern schon früh alles klar. Die Bulls rafften sich danach zwar auf, verloren aber dennoch klar 2:6.

 In den beiden ersten Begegnungen zwischen den beiden Rivalen aus der Gruppe 1 gewann jeweils das Auswärtsteam mit einem Tor Unterschied, gestern Abend holte sich der Gruppensieger und eigentliche Favorit aus dem Wallis für einmal mit einem ebenso klaren wie verdienten Sieg viele Vorteile auf seine Seite zurück. Die Bulls müssen nun in der nächsten Woche beide noch ausstehenden Spiele gewinnen, wollen sie die Endrunde der besten drei 1.-Liga-Vereine noch erreichen und um den Schweizer Meistertitel bei den Amateuren kämpfen. Nimmt man allerdings den gestrigen Vergleich als Massstab, dann stehen die Chancen Sittens, diese Serie (best of 5) für sich zu entscheiden, ziemlich gut, allerdings haben sich die Sensler in den letzten Jahren schon einige Male aus heiklen Lagen herausmanövriert.

Bulls am Anfang nicht parat

Zu spät sei man eigentlich nicht angereist, sagte Düdingens Coach Thomas Zwahlen zum verpatzten Spielbeginn seiner Truppe, trotzdem seien seine Boys zu Beginn der Partie nicht bereit gewesen, und hätten so dem Gegner die ersten drei Tore fast geschenkt. Sion nützte jedenfalls die ungenügende Gegenwehr der Bulls in der Startphase und schuf sich mit drei Mouchen jenes Polster, von dem sie bis zum Schluss des Spiels gütig zehren konnten. In der 6. Minute erwischte der brandgefährliche Rémy Rimann Bulls-Keeper Yannic Aeby in der nahen Ecke zum 1:0, und nur ein paar Sekunden später klingelte es schon wieder im Düdinger Tor. Das erste Powerplay nutzte der Heimklub zum 2:0, wiederum war es der gleiche Torschütze, der allerdings dreimal ansetzen konnte, ohne dass ein Bulls-Verteidiger den Puck wegspediert hätte. «So etwas darf einfach in so einem Match nicht passieren», ärgerte sich Zwahlen nach dem Match. Und immer wenn es nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu; beim dritten und wohl schon vorentscheidenden Tor rutsche Captain Michel Zwahlen an der blauen Linie im Überzahlspiel aus, Romain Seydoux konnte zu einem Breakaway ansetzen und bezwang den machtlosen Aeby mit einem herrlichen Trick. In diesen ersten 15 Minuten habe der starke Sieger seiner Mannschaft eine Lektion in Sachen Effizienz erteilt, sagte Zwahlen nach dem Spiel. Manchmal geht es im Eishockey schnell, aber nach diesem klaren Vorsprung der gross aufspielenden Walliser war die Messe in der schmucken Sittener Eishalle mehr oder weniger schon gelesen.

 Gesicht gewahrt

Andere Teams in der Westgruppe lassen in solchen Spielphasen meist den Kopf hängen und kassieren ohne grosse Gegenwehr noch eine richtiggehende Klatsche. Nicht so die Düdinger, die nach dem ersten Seitenwechsel das Herz in die Hand nahmen und alles versuchten, um zumindest noch ein wenig heranzukommen. Im Tor nahm der Coach einen Wechsel vor, nicht weil Aeby schwach war, sondern weil er seinem Team auch defensiv einen Impuls geben wollte. Aber an diesem Tag lief nun (fast) alles gegen die Freiburger; statt dass die Düdinger das Skore verkürzten, musste Ersatzkeeper Damian Guggisberg praktisch den ersten Schuss von Mike Burgener (24.) zum 4:0 passieren lassen. Nach diesem Tor nahm Sitten verständlicherweise sichtlich Gas weg, was es den Bulls erlaubte, bis zum Spielende mit zwei Toren von Kilian Roggo und Ludovic Hayoz das Resultat noch etwas zu verschönern. In der etwas hitzigen Schlussphase–es kam im sonst fairen Spiel noch zu dem einen oder anderen Scharmützel–nahm man beim Gast noch den Hüter raus und kassierte wie fast immer in solchen Phasen prompt noch einen Emptynetter. Zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung zugunsten der an diesem Abend deutlich besseren Sittener längst gefallen.

Nach dem verpatzten Match machte Coach Thomas Zwahlen weniger der 1:2-Rückstand in der Serie Sorgen, als vielmehr die vielen angeschlagenen Spieler; gestern kam leider wieder der eine oder andere dazu. «So sind eben die Playoffs, wir müssen uns sofort wieder nach vorne orientieren, am Dienstag haben wir wieder ein Heimspiel, und da beginnt alles wieder bei null», so Zwahlen. Allerdings ist auch ihm klar, dass jetzt ziemlich vieles für die Walliser spricht, deren Vorstellung im dritten Match wirklich beeindruckend war. Das etwas ausgeglichenere Team von Trainer Olivier Ecoeur hat jetzt zwei Matchpucks, während die Bulls nach dem Rückschlag im Wallis mit dem Rücken zur Wand stehen.

Quelle: Kurt Ming / Freiburger Nachrichten | Matchdetails: Regio-League

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