Ein biederer Pflichtsieg gegen den Aufsteiger

Veröffentlicht: 27. Oktober 2016 von cbaeriswyl in Saison 2016/2017, Spielbericht
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Die Düdingen Bulls haben gestern Monthey mit 4:2 besiegt. Trotz schwacher Chancenauswertung war der Sieg nie in Gefahr.

Wie schon vor gut zehn Tagen gegen den Tabellenvorletzten St. Imier hatten die Bulls auch gegen Aufsteiger Monthey-Chablais zu Hause vor knapp 300 Fans trotz klarer spielerischer Überlegenheit riesige Mühe, ihre vielen guten Tormöglichkeiten in Tore umzumünzen. Deshalb war ihr Trainer Thomas Zwahlen am Ende einzig mit den drei Punkten zufrieden, die Art und Weise des Spiels habe ihm ganz und gar nicht gefallen. Seine Mannschaft habe trotz der richtigen Vorbereitung seit Jahren Mühe, sich gegen solch defensiv eingestellte Teams vom Tabellenende klar durchzusetzen. Vorab im Abschluss finde man ganz einfach den direkten Weg nie, und versuche immer noch mit einem Zusatzpass den Erfolg. Ganze 52 Schüsse fanden bis zum Schluss den Weg auf das Tor von Gästehüter Léonard Simonin, der trotz der vier Gegentore so gesehen der beste Mann des Verliererteams war. Aufseiten der Düdinger hatten wohl einige Spieler den Kopf schon bei der Spitzenpartie am Samstag in Sitten, wo man dann ganz sicher wieder eine ganz andere Sensler Mannschaft am Werk sehen wird.

Nur das Nötigste

Das frühe Führungstor (5.) von Captain und Antreiber Philipp Fontana nach einer schönen Kombination mit seiner Sturmlinie gab dem Favoriten scheinbar zusätzlich Sicherheit, dieses auf dem Papier einfache Spiel ohne grossen Aufwand zu gewinnen. Danach mussten die Zuschauer trotz vieler Chancen ihrer Mannschaft gut zwanzig Minuten auf eine weiteres Tor warten, vorweg Präsident Josef Baeriswyl kosteten die verpassten Toptorchancen seiner Truppe auf der Pressetribüne sicher einige weitere graue Schläfenhaare. Das 2:0, durch Joël Sassi aus dem Gewühl vor dem Waadtländer Tor herausgeschossen, schien den Knopf bei den Bulls irgendwie zu lösen, aber ausser einer langen Druckperiode im Mitteldrittel schaute nichts mehr Zählbares heraus. Im Gegenteil: Praktisch mit dem ersten und einzigen richtigen Konterangriff konnten die Truppe von Trainer Christophe Brown, übrigens einem ehemaligen Gottéronspieler, sogar verkürzen. Einen Zweierangriff über Gwenaël Diem schoss Cédric Bolomey aus kurzer Distanz an Keeper Damien Guggisberg vorbei unhaltbar ein. Gleich zu Beginn des letzten Abschnitts konnte dann Simon Perdrizat zwischen den Schonern des Gästehüters seine Farben erstmals mit zwei Toren in Führung schiessen, und somit den Match so etwas wie vorentscheiden. Statt dann mit einem weiteren Tor nachzulegen – Chancen dazu gabs im Multipack – mussten die Bulls in der letzten Minute sogar noch ein zweites Tor einkassieren, welches jedoch nichts mehr am Verdikt änderte, aber nicht unbedingt den wahren Spielverlauf wiedergab.

Härtetest in Sitten

Für Trainer Zwahlen gilt es, diesen Match möglichst schnell zu vergessen und sich den kommenden schwierigeren Aufgaben zuzuwenden. Gegen das biedere Monthey spielte sein Team wohl fürs Auge schön, hatte auch gefühlte 80 Prozent Spielanteile, aber der nötige Zug aufs Tor fehlte fast gänzlich. Klar, fehlte den Senslern ein knappes halbes Dutzend verletzter Spieler, diese wurden zum Teil durch einige Nachwuchsspieler von Freiburg gut ersetzt, aber vorab im Powerplay und in der Schussgenauigkeit wird es in Sitten beim Verfolger des Sensler 1.-Liga-Leaders eine Steigerung benötigen, um Platz Eins zu verteidigen. Punkto Defensive, inklusive Goalie, konnte man in diesem ziemlich einseitigen Match beim Sieger keine genauen Noten vergeben, zu schwach war an diesem Abend die Gegenwehr des spielerisch höchst bescheidenen Aufsteigers. Für das junge Team von Monthey-Chablais geht es in dieser Saison höchstens noch um den Ligaerhalt, ein Abstieg wäre aber laut ihrer Klubleitung kein Weltuntergang. Eines ist sicher, solche Art von Spielen dürfte es für die Bulls in der kommenden Saison in der neu zu schaffenden Super 1. Liga kaum mehr geben. Eine Sitzung betreffend dieser Liga (Modalitäten usw.) findet übrigens am kommenden Samstag in Lyss statt, wie der Bulls-Präsident mit einigem Interesse vermeldete.

Telegramm:

Düdingen – Monthey 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)
Eishalle Sense-See: 274 Zuschauer. – SR Dupont (Locorotondo/Galli).
Tore: 5. Fontana (Bussard) 1:0, 28. Sassi (Catillaz) 2:0, 36. Bolomey (Diem) 2:1, 40. (39.01) Dousse (Bussard, Fontana) 3:1, 41. (40.07) Perdrizat (Sassi) 3:1, 60. (59.35) Borloz (Diem) 4:2.
HC Düdingen Bulls: Guggisberg; Zwahlen, Nussbaumer; L. Hayoz, Blanchard; Schmid, Bertschy; Overney; Catillaz, Sassi, Chassot; Dousse, Fontana, Bussard; Martikainen, Baeriswyl, Perdrizat; Progin, Ayer, Spicher.
HC Monthey-Chablais: Simonin; Missiliez, Borloz; Bezina, Converset; Vieux, Favre; Schüpbach, Diem, Münger; L. Marshall, K. Marshall, Roussel; Dupertuis, Payot, Mettral; Zuber, Bolomey.
Strafen: Düdingen Bulls 1 x 2 Minuten; Monthey 5 x 2 Minuten.
Bemerkungen: Düdingen ohne Braichet, Braaker, M. Hayoz, Sturny, D. Roggo (alle verletzt) K. Roggo (beruflich abwesend); mit den Gottéronelitjunioren Ron Martikainen (Sohn des Gottéron-Assistenztrainers Kari Martikainen) und Ronnie Schmid. Pfostenschuss: Perdrizat (41.). Wahl zu den besten Spielern: Fontana, Simonin.

Quelle: Kurt Ming / Freiburger Nachrichten

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