Düdingen dreht einen 0:3-Rückstand

Veröffentlicht: 9. Dezember 2016 von cbaeriswyl in Saison 2016/2017

Die Düdinger zeigten am Mittwoch Biss und gewannen ein verrücktes Spiel am Ende doch noch.

Trotz frühem 0:3-Rückstand konnten die Düdingen Bulls am Mittwochabend den Match gegen Sierre noch 4:3 nach Verlängerung gewinnen. Die vielen Strafen kosteten die Gäste einen schon sicher geglaubten Sieg.

Im ersten Saisonvergleich hatte Sierre nach einem 0:4-Rückstand am Ende noch mit 5:4 gewonnen; für Düdingen war dies die wohl schmerzhafteste Niederlage in dieser Saison. Als es nun am Mittwoch nach gut einem Drittel 3:0 für den ehemaligen NLA-Klub aus dem Wallis stand, hatte Bulls-Präsident Josef Baeriswyl die Hoffnung auf eine Wende noch nicht verloren, als er sagte: «Dieses Mal kehren wir den Match noch und nehmen so eine gelungene Revanche.» Er sollte recht behalten. Mit einer Willensleistung und zwei Powerplay-Toren konnte Düdingen den umstrittenen Match spät noch ausgleichen – und in der Overtime gelang Kilian Roggo mit einem Direktschuss sogar der viel umjubelte Siegestreffer.

Immer wieder diese verpatzten Starts in Heimspielen

Nicht zum ersten Mal in der laufenden Meisterschaft mussten die an sich favorisierten Bulls gegen ein stark beginnendes Sierre lange Zeit einem Rückstand hinterherrennen. Schon nach neun Minuten lagen die Walliser dank Toren von Mike Burgener und Théo Sammali 2:0 vorne; beide Male sah die Heimabwehr inklusive Hüter Yannic Aeby nicht vorteilhaft aus. Allerdings waren der Hocheckschuss zum 0:1 und auch der Abschluss zum 0:2 der Gäste schön herausgespielt und das Produkt einer Walliser Überlegenheit. Die Bulls ihrerseits hatten Mühe, auf Touren zu kommen. Gemäss ihrem Trainer Thomas Zwahlen waren das Laufspiel und die Passqualität am Anfang ganz einfach ungenügend. Mit einem Torhüterwechsel zu Beginn des zweiten Drittels versuchte er, seine Truppe zu wecken. Damien Guggisberg, der seinem Team danach mit vielen guten Paraden erlaubte, ins Spiel zurückzukommen, musste jedoch fast bei seinem ersten Einsatz das dritte Tor der Gäste einkassieren. Xavier Reber konnte aus kurzer Distanz mit einem Backhandschuss auf 3:0 erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt schienen die mit einem Dutzend heissblütiger Fans angereisten Gäste einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Allerdings liessen dann gegen Spielende nicht zuletzt wegen der vielen Strafen ihre Kräfte auch immer mehr nach.

Toller Steigerungslauf

In gleicher Weise, wie Sierre nachliess, konnten sich die Bulls nun von Minute zu Minute steigern und bis zum zweiten Seitenwechsel dank zwei schönen Überzahltreffern von Simon Perdrizat und Ludovic Hayoz bis auf ein Tor an den Gegner herankommen. Der vom EV Zug ausgeliehene Nachwuchskeeper Gianluca Hauser, sonst von den Bulls kaum zu bezwingen, hatte diesen präzisen Schüssen nichts entgegenzusetzen. Eine heftige Keilerei nach gut einer halben Stunde hatte zudem wohl den Ehrgeiz bei den Senslern neu entfacht, denn danach ging man selber viel konsequenter zur Sache und besass zudem im Sturmspiel mit vier Linien plötzlich ein leichtes Plus. Trotzdem mussten die einheimischen Fans bis fünf Minuten vor Schluss auf den Ausgleich warten. Dem erst 20-jährigen Benjamin Bussard gelang es, von einem der wenigen Fehler in der Gästeabwehr zu profitieren. Der Flügelspieler blühte neben dem routinierten Center Philipp Fontana an diesem Abend nicht nur bei diesem wichtigen Tor auf, er gehörte auch sonst wie Siegestorschütze Ludovic Hayoz zu den Aktivposten des späten und sicher auch etwas glücklichen Siegers. Die Walliser ihrerseits müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nach dem 3:0 etwas auf Autopilot geschaltet zu haben – und dies zahlt sich eben gegen einen Widersacher wie die Bulls, der sich meistens noch steigern kann, selten aus.

Nach dem Spiel gab sich Bulls-Trainer Thomas Zwahlen nur bedingt zufrieden. Die Reaktion auf den Rückstand habe ihm allerdings gefallen, und der Sieg sei aus seiner Sicht nicht gestohlen gewesen. Warum man zu Hause immer so schlecht starte, sei ihm ein Rätsel, vielleicht müsse man in der Matchvorbereitung etwas ändern. Wichtig sei am Schluss der Sieg gegen einen direkten Gegner um den Aufstieg in die Super-1.-Liga im kommenden Jahr. Sierre habe viele routinierte Spieler in seinen Reihen und sei besonders im Angriff immer gefährlich. Die wenigen Schnitzer in der Abwehr habe man zu eigenen Toren ummünzen können, in den verbleibenden Spielen bis zur Masterround müsse man aber noch viel konstanter an die Arbeit gehen.

Was der eine Punkt den Wallisern am Schluss der Quali im Kampf um einen Platz in der Masterround (mit 6 Teams) bringen wird, werden die nächsten Wochen zeigen müssen.

Telegramm
Düdingen – Sierre 4:3 n.V. (0:2,2:1,1:0,1:0)

Eisbahn Sense-See: 384 Zuschauer. SR Paroz (Catillaz/Burgy).

Tore: 4. M. Burgener (El Assaoui, Mathez) 0:1, 9. Sammali (Dozin, Bonvin) 0 :2, 22. Reber (Dozin, Meyrat) 0:3, 23. Pedrizat (L. Hayoz, 5 gegen 4) 1:3, 35. L. Hayoz (Bussard, Dousse, 5 gegen 4) 2:3, 55. Bussard (Dousse, Fontana) 3:3. 61. (60.48) L. Hayoy (Braichet, Bussard) 4:3.

HC Düdingen Bulls: Aeby (72. Guggisberg); Blanchard, Zwahlen; L. Hayoz, Progin; Bertschy, Nussbaumer; Thom; Catillaz, Sassi, Braichet; Dousse, Fontana, Bussard; K. Roggo, Baeriswyl, Chassot; Braaker, Spicher, Ayer; Pedrizat.

HC Sierre: Hauser; Guyenet, Baruchet; Dozin, Meyrat; Wüthrich, Marghitola; Cordey; Métrailler, Posse, Reber; Sammali, Delessert, Bonvin; Mathez, El Assaoui, M. Burgener; Witschard, A. Burgener, Bonay.

Strafen: 8×2 Minuten gegen Düdingen Bulls; 10×2 Minuten gegen Sierre.

Bemerkungen: Bulls ohne M. Hayoz, Overney, D. Roggo und Sturny; Siders ohne Felley, Moren, Cifelli und Djerrah (alle verletzt oder abwesend). – Pfostenschuss: Bertschy (33.). Wahl zu den besten Spielern: Bussard, Hauser.

1. Liga. Gruppe 3. Die Rangliste: 1. Sion-Nendaz 19/49 (97:34). 2. Star Forward Lausanne-Morges 19/46 (85:41). 3. Düdingen 19/41 (89:50). 4. Uni Neuenburg 19/37 (74:54). 5. Saastal 19/36 (68:61). 6. Sierre 19/32 (64:57). 7. Franches-Montagnes 19/25 (63:59). 8. Villars 19/22 (55:91). 9. Vallée de Joux 19/21 (49:76). 10. St-Imier 19/16 (54:74). 11. Genf-Servette II 19/11 (41:81). 12. Monthey-Chablais 19/6 (34:95).

Quelle: Kurt Ming / Freiburger Nachrichten

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