Es wird eng für die Düdingen Bulls

Veröffentlicht: 1. März 2017 von cbaeriswyl in Saison 2016/2017, Spielbericht
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Der starke Gästetorhüter Sébastien Pittet war für die Düdingen Bulls immer wieder Endstation.

Die Düdingen Bulls stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie verloren gestern auch das zweite Spiel der Playoff-Halbfinals gegen Star Forward. Der 2:1-Auswärtssieg der cleveren und robusten Waadtländer war verdient.

In der Qualifikationsphase hatte Düdingen drei von vier Spielen gegen Star Forward gewonnen, und praktisch in jedem Match gab es viele Tore. Ganz anders verlaufen nun die mit viel Spannung erwarteten Playoff-Partien zwischen diesen beiden 1.-Liga-Spitzenteams, die sich übrigens nächste Saison auch wieder in der neu geschaffenen Swiss Regio League treffen werden. Im ersten Match genügte dem Sieger ein einziges Tor, gestern Abend schoss die Mannschaft von Trainer Laurent Perroton zwei Treffer, und das genügte gegen das offensiv bescheidene Bulls erneut zum Erfolg nach 60 Minuten. Während der Heimklub keines seiner fünf Powerplays zu einem Tor ummünzen konnte, gelang den Gästen gleich beim ersten Anlauf in Überzahl kurz vor Ablauf des zweiten Drittels das so wichtige Führungstor.

Für Bulls-Coach Thomas Zwahlen war dies schon so etwas wie eine kleine Vorentscheidung, denn wenn Star einmal vorne liege, sei es unglaublich schwierig, den Umschwung noch herbeizuführen. Gesamthaft gesehen fehlte dem Verlierer in diesem spannenden und hart umkämpften Match der letzte Biss vor dem gegnerischen Tor; zudem stand ihnen mit Sébastien Pittet wie schon am Samstag ein erstklassiger Goalie gegenüber, der am Schluss zu Recht die Auszeichnung als bester Spieler seiner Mannschaft bekam.

40 Minuten und nur ein Tor

Das Startdrittel gehörte eigentlich den Senslern, die forsch begannen und zu den ersten Torchancen kamen. Simon Pedrizat scheiterte aber aus bester Position am gegnerischen Hüter Pittet, der in dieser Saison auch schon fünf Partien mit Visp in der NLB bestritten hatte. Den ersten Konter setzten die Gäste nach fünf Minuten, da konnte sich auf der Gegenseite auch Damian Guggisberg von seiner besten Seite zeigen. Zwei Pfostenschüsse, je einer auf beiden Seiten, verhinderten zudem in den ersten 20 Minuten Tore. Im zweiten Abschnitt konnten dann die Gäste einen Zahn zulegen. Seine Mannschaft habe es in dieser Phase verpasst, wie am Anfang schnörkellos aufs Tor zu fahren, und sei oftmals nur von der Seite statt direkt vor dem Tor zum Abschluss gekommen, sah Zwahlen nach dem Spiel einen der Gründe für das Nachlassen seines Teams. Jetzt hatte Star Forward plötzlich mehr Möglichkeiten, und so war die Gästeführung durch ein schön herauskombiniertes Powerplaytor von Julien Brot (37.) nur die logische Folge der Überlegenheit der Waadtländer. Kurz vor Drittelsende verpasste Yann Millet allein vor dem Tor sogar das 0:2. Seitens der Bulls waren die Torchancen an einer Hand abzuzählen, irgendwie kam man mit dem ungeliebten Spiel der Waadtländer, die vor allem mit einer gut platzierten Abwehr den Senslern kaum Platz zur Entfaltung im Sturmspiel liessen, nicht zurecht.

Als Cian Derder gleich zu Beginn des letzten Drittels für seine Farben auf 2:0 erhöhte, schien eine Vorentscheidung in diesem torarmen Spiel gefallen zu sein. Die Düdinger reklamierten bei diesem Tor ein Foulspiel an ihrem Hüter, der beim zweiten Nachschuss von Derder ohne Helm keine Abwehrchance hatte. Nur 90 Sekunden später durften die Bulls und ihre gut 400 Fans wieder hoffen, denn endlich nach fünf Dritteln hatte Joël Sassi aus seitlicher Position ein Loch im Abwehrnetz von Star gefunden. Plötzlich war nun wieder jeder Ausgang möglich, auch weil der Heimklub noch zweimal in Überzahl agieren konnte, richtig heiss wurde es vor dem Tor jedoch nicht mehr. Den Angriffen der Bulls fehlte wie schon im ersten Spiel etwas die Genauigkeit, um die sattelfeste Abwehr des Siegers aus den Angeln zu heben. Am Schluss nahm Zwahlen noch ein Timeout und seinen Keeper zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis – nützen tat dies nichts mehr. Mit geschicktem Bullyspiel brachte Star Forward den knappen, aber nicht gestohlenen Sieg über die Runden, während auf der anderen Seite die Leistung der Bulls auch laut ihrem Trainer für einen Sieg ganz einfach nicht reichte.

Morgen geht es weiter

Am Donnerstag kommt es nun in der Patinoire de Malley in Lausanne zum nächsten Spiel. Für die Bulls lautet die Devise: Verlieren verboten. Für Trainer Thomas Zwahlen ist noch lange nicht alles verloren, es brauche fürs Weiterkommen drei und nicht nur zwei Siege. Er habe in den Playoffs schon etliche Male so hinten gelegen, auch mit Düdingen, es gebe immer ein Weg, um zurückzukommen. Allerdings wird man sich bei den Freiburgern punkto Taktik einiges einfallen lassen müssen, um diesen starken Gegner mit einem Kader aus zwei 1.-Liga-Klubs noch vor dem Sprung über die Ziellinie abzufangen. Weil es zweimal so knapp ausging, ist ein Zurückkommen der Bulls bei einer Steigerung und etwas mehr Glück allerdings kein Ding der Unmöglichkeit.

Telegramm
Düdingen Bulls – Star Forward 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)

Eisbahn Sense-See: 434 Zuschauer. – SR Roessli (Dumoulin/Binnebeck).

Tore: 37. Brot (Lahache, Gachet, Ausschluss Fontana) 0:1, 42. (41.04) Derder (Millet, Mora) 0:2, 43. (42.34) Sassi (Catillaz) 1:2.

HC Düdingen Bulls: Guggisberg; L. Hayoz, Overney; Thom, Zwahlen; Bertschy, Blanchard; Nussbaumer; Catillaz, Sassi, Ayer; Dousse, Fontana, Braichet; Pedrizat, Baeriswyl, K. Roggo; Knutti, Spicher, Chassot.

HC Star Forward: S. Pittet; Schneider, Burri; L. Pittet, Wunderlin; Diem, Duc; Leva; Lahache, Gachet, Parmigiani; Mora, Derder, Millet; Piquerez, Maillard, Savary; Chabloz, Brot, Chetelat.

Strafen: Bulls 2 x 2 Minuten plus 10 Min. Disziplinarstrafe für Blanchard (Check in den Rücken); Star Forward 5 x 2 Minuten plus 10 Disziplinarstrafe gegen Pittet (Crosscheck).

Bemerkungen: Düdingen ohne D. Roggo, Braaker, Braichet, Progin, Sturny (alle verletzt). Pfostenschüsse: Fontana (13.), Leva (18.). Timeout Düdingen Bulls (58.57), danach ohne Goalie mit 6 Feldspielern. Wahl zu den besten Spielern: Guggisberg, S. Pittet.

Stand Serie (best of 5): 0:2.

Quelle: Kurt Ming / Freiburger Nachrichten

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