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«Wir haben das Optimum herausgeholt»

Veröffentlicht: 7. März 2018 von cbaeriswyl in Interviews, Saison 2017/2018
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Bulls-Trainer Thomas Zwahlen will nächste Saison den Trainingsumfang reduzieren.

Mit einer 2:4-Niederlage in Basel ist gestern für die Düdingen Bulls in der MySports League die Saison zu Ende gegangen – eine Saison mit einigen Hochs und etwas mehr Tiefs. Trainer Thomas Zwahlen zieht Bilanz.

Die Playoffs der Swiss Regio League haben die Düdingen Bulls verpasst, in den Relegationsspielen waren sie dann klar die Besten. Trainer Thomas Zwahlen zieht ­Bilanz und blickt bereits auf nächste Saison.

Thomas Zwahlen, die erste Saison in der Swiss Premier League ist zu Ende. Sind Sie froh darüber?

Ich bin froh, dass die Saison vorbei ist, das kann man schon so sagen. Den meisten Spielern geht es ähnlich. Nachdem wir die Qualifikation für die Playoffs nicht geschafft haben und die Qualifikationsspiele für den Schweizer Cup hinter uns lagen, fehlten die Anreize. Die Relegationsspiele waren sportlich unbedeutend, da wir den Ligaerhalt schon auf sicher hatten. Wir haben diese Partien genutzt, um die Jungen spielen zu lassen und um zu zeigen, dass wir mehr hätten schaffen können. Man hat aber in den Trainings gemerkt, dass die Luft draussen ist.

War die Saison in der neu geschaffenen Swiss Premier also viel intensiver als davor in der 1. Liga?

Die spielerische Qualität und die Intensität auf dem Eis sind in der neuen Liga bedeutend höher. In der 1. Liga konnte man es sich leisten, mal ein Drittel lang nicht so gut zu spielen. Den Match konnte man immer noch drehen. Wenn man in der Swiss Regio League nur zehn Minuten schlecht spielt, erhält man sofort die Quittung dafür. Man benötigt über 60 Minuten eine tadellose Mannschaftsleistung, von allen Spielern braucht es sehr viel Aufopferungsbereitschaft.

In der 1. Liga spielten Sie gegen Teams aus der Westschweiz, in der Swiss Regio League stammen die Gegner aus der ganzen Schweiz. Haben die damit verbundenen höheren Reisestrapazen ihren Tribut gefordert?

Nein. Ich wage die Aussage, dass wir von der Reiserei dieses Jahr entgegen allen Erwartungen besser davongekommen sind als in der 1. Liga. Der Spielplan wurde gut gestaltet, die Auswärtsspiele bei den weit entfernten Vereinen haben jeweils am Wochenende stattgefunden.

Dann stellen Sie der neuen Liga ein gutes Zeugnis aus?

Ja, die Rahmenbedingungen sind gut, organisatorisch hat alles geklappt. Den Spielmodus könnte man eventuell etwas verbessern, insbesondere die Gestaltung der Playouts überdenken. Schade ist auch, dass es keinen Aufsteiger gibt, obwohl es oben zurzeit nur elf Mannschaften hat.

Was ziehen Sie für eine Bilanz der abgelaufenen Spielzeit?

Eine zwiespältige. Die Planung der Saison war nicht einfach, weil wir nicht wussten, wie es in der neuen Liga zu und her gehen wird. Ich habe erwartet, dass es in Richtung Nationalliga-Hockey geht und sehr strukturell gespielt wird. Deshalb haben wir im Sommer die Spielerabgänge in erster Linie mit technischen Spielern kompensiert. Uns fehlten dann die Kämpfertypen, als sich in der Swiss Regio League zeigte, dass Kampf und Intensität im Vordergrund stehen und nicht so sehr das gepflegte technische Spiel. Wir haben das Optimum aus unseren Qualitäten herausgeholt, die angestrebten Playoffs haben wir aber verpasst. Vor allem deshalb, weil wir gegen rustikal einsteigende Teams wie Thun jeweils alt ausgesehen haben.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus in Hinblick auf die nächste Saison?

In der Defensivzone gingen wir zu wenig intensiv zur Sache. Da müssen wir uns verbessern und Spieler mit den entsprechenden körperlichen Qualitäten ins Team holen. Wir brauchen nicht nur gute Techniker, sondern auch körperlich robuste Jungs, die austeilen und einstecken können.

Die konstruktive Spielweise war in den vergangenen Jahren das Markenzeichen der Düdingen Bulls. Wird man das künftig nicht mehr zu sehen bekommen?

Die Saison hat gezeigt, dass wir mit unseren spielerischen Möglichkeiten der Liga nicht den Stempel aufdrücken können. Deshalb muss ich als Trainer umdenken und das Spielsystem anpassen. Wir werden uns defensiver ausrichten und uns vermehrt aufs Konterspiel auslegen, auch wenn mir persönlich diese Spielweise nicht gefällt.

Die ersten Anpassungen diesbezüglich haben Sie bereits vorgenommen.

Ja, die letzten Partien der Relegationsrunde haben wir genutzt, um unser neues System bereits einzuüben. Phasenweise hat es schon gut geklappt.

Welche Erkenntnisse aus der abgelaufenen Meisterschaft nehmen Sie noch mit in die nächste Saison?

Die Erkenntnis, dass weniger zuweilen mehr ist. Künftig werden wir weniger trainieren, damit mehr Zeit für die Erholung bleibt. Die Duelle in der Swiss Regio League sind sehr intensiv und kräftezehrend, die Spieler brauchen mehr Erholungszeit als vorher in der 1. Liga. Dem wollen wir stärker Rechnung tragen, weshalb wir das Mittwochtraining künftig sein lassen. Nach den Dienstagspielen war es meistens eh nicht so produktiv, da die Jungs noch die Strapazen des Vorabends in den Knochen hatten.

Die Zusammenarbeit mit der Juniorenabteilung von Gottéron hat nicht so funktioniert, wie man es sich Anfang Saison erhofft hatte. Woran lag es?

Die Idee war, dass in jedem unserer Spiele zwei Freiburger Elite-A-Junioren zum Einsatz kommen. Weil es Gottéron sportlich nicht so lief und das Kader knapp war, brauchte es seine Spieler selber. Wir haben uns oft ausgetauscht und Lösungen gesucht, der Wille zur Zusammenarbeit war bei Gottéron da, unter diesen Umständen war es jedoch schwierig.

Ist Besserung in Sicht?

Für nächste Saison ist bei Gottéron kaum Besserung in Sicht, und ich rechne nicht damit, dass wir häufig Elite-A-Junioren einsetzen können. Deshalb müssen wir in erster Linie auf uns schauen und unser Kader erweitern, damit wir selber genug Spieler haben, um mit vier Linien durchspielen zu können. Das Ziel ist es, mindestens vierzehn Stürmer und acht Verteidiger zu haben. Es bleibt noch Platz für ein, zwei Gottéron-Junioren. Allerdings möchten wir nicht wieder acht B-Lizenzen lösen wie diese Saison, und dann kommt einmal der, dann der. Besser wäre es, wenn wir nur einen oder zwei Junioren dabei haben, die aber regelmässig. So könnten alle mehr profitieren.

Sie möchten das Kader erweitern, haben zugleich aber die Verträge mit Joël Sassi und Sandro Abplanalp nicht verlängert. Was ist die Idee dahinter?

Man hat in dieser Saison gesehen, dass unser Team altersmässig deutlich über dem Schnitt der anderen Mannschaften war. Deshalb haben wir uns entschieden, das Team zu verjüngen und uns fit zu machen für die Zukunft. Wenn wir jetzt nicht damit anfangen, sind wir im Nu überaltert. Durch die Verjüngung bleiben wir interessant für junge Spieler. Wenn nur ältere Routiniers in einem Team sind, kommen die Nachwuchsspieler nicht mehr.

Sassi und Abplanalp sind zwei Spieler mit einem grossen Erfahrungsschatz. Haben Sie keine Angst, dass Ihrem Team die Routine abhandenkommt?

Joël und Sandro waren in den vergangenen Jahren zweifellos sehr wertvolle Spieler für uns. Es ist uns nicht leicht gefallen, diesen Schritt zu machen. Aber es ist ja nicht so, dass wir in der Offensive nun sämtliche Erfahrung verlieren. Philipp Fontana, Mathieu Dousse und Benjamin Bussard sind ebenfalls sehr routiniert.

Wie geht es für Sie und Ihr Team in den kommenden Wochen weiter?

Wir machen noch drei Trainings, und am 28. März absolvieren wir in Düdingen ein Freundschaftsspiel gegen Gottérons Elite-A-Junioren. Dann steht ein Monat Pause an. Am 26. April ist Kick-off für die nächste Saison.

Quelle: Michel Spicher / Freiburger Nachrichten

Interview mit Michel Zwahlen

Veröffentlicht: 7. März 2017 von cbaeriswyl in Interviews, Saison 2016/2017
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Hier das Interview mit Michel Zwahlen nach dem letzten Play-Off-Spiel gegen Star Forward.

Vielen Dank ans Hockey-Fanradio fürs Interview.

Eine taktische Herausforderung

Veröffentlicht: 28. Februar 2017 von cbaeriswyl in Interviews, Saison 2016/2017
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Die Bulls und Trainer Thomas Zwahlen erwartet im Playoff-Halbfinal eine physische und taktische Herausforderung.

1.-Ligist Düdingen Bulls trifft heute im ersten Spiel des Playoff-Halbfinals (best of 5) auswärts auf Star Forward. Trainer Thomas Zahlen sagt in den FN, mit was für einer Serie zu rechnen sein wird.

Während sich der Qualifikationsdritte Düdingen Bulls in der Viertelfinalserie gegen Saastal mit 3:1 Siegen hatte durchsetzen können, musste Star Forward Lausanne-Morges, das zweitplatzierte Team der Qualifikation, gegen Franches-Montagnes über die volle Distanz von fünf Spielen gehen. Erst am Donnerstagabend setzten sich die Waadtländer in der Belle mit 4:3 durch. Im Gespräch mit den FN blickt Bulls-Trainer Thomas Zwahlen auf die Serie gegen Saastal zurück und erklärt, wie er Star Forward eliminieren will.

Thomas Zwahlen, kann man sagen, dass die Bulls mit dem 3:1 im Viertelfinal gegen Saastal ihren Job erfüllt haben?

Ausser Spiel zwei auswärts, als wir extrem schlecht waren, ist es sicherlich gut für uns gelaufen – nicht zuletzt aus Sicht der Emotionen: Wir fanden nach der Niederlage schnell den Weg ins Positive zurück. Nach der Qualifikation für die neue Regio League war die Luft bei uns ein wenig draussen. Vielleicht war diese Niederlage nötig, um wieder Spannung aufzubauen. Wir haben die Serie verdient gewonnen; gegen einen unsauber spielenden Gegner haben wir diszipliniert gespielt.

Im Halbfinal trifft Düdingen nun auf Star Forward. Ein Wunschgegner?

Ich hätte am liebsten gegen Sierre gespielt (Red.: schied gegen Neuenburg aus), denn die Walliser spielen schönes Eishockey. Stattdessen sind nun Star Forward und Neuenburg weiter, die Eishockey im Genfer Stil spielen: nicht sehr attraktiv und schwierig zu entgegnen. Star Forward steht sicher nicht für das Eishockey, das ich mir wünsche.

Mit welchen Mitteln wollen Sie die Waadtländer bezwingen?

Sicherlich indem wir körperlich dagegenhalten. Das sind wir uns aus der Serie gegen Saastal bereist gewöhnt, insofern war das der ideale Gegner für uns. Die taktische Route wird die gleiche bleiben: Es kommt darauf an, die langen Pässe von Star Forward zu unterbinden. Mit Laurent Perroton haben die Waadtländer einen Trainerfuchs an der Bande, der einiges im Köcher hat. Taktisch wird es eine Herausforderung.

Was gilt es im Spiel der Bulls zu optimieren?

Wir müssen bestimmt in der Defensive noch konsequenter spielen. Zudem geht es darum, den ersten Pass von Star Forward zu stören und die Mitte zuzumachen – eben das Genfer Eishockey zu verhindern.

Im Gegensatz zum Viertelfinal geniesst Düdingen diesmal nicht den Heimvorteil. Ein Nachteil?

Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn ich Ja sagen würde … Im Gegenteil, wir müssen das positiv sehen: Uns bietet sich die Chance, gleich im ersten Spiel das Break zu schaffen. Die Saisonbilanz gegen Star Forward ist positiv, auch wenn wir die letzten Spiele mit etwas Glück gewonnen haben.

Wie steht es um die Gesundheit Ihrer Spieler?

Zu den langzeitverletzten Roggo, Braaker und Sturny hat sich nach der Serie gegen Saastal Bussard gesellt. Er zog sich eine Schulterluxation zu und fällt monatelang aus. Die Walliser betrieben manchmal fast Körperverletzung. Trotzdem habe ich vier komplette Linien zur Verfügung. Das ist sehr wichtig und gibt mir die Möglichkeit für Umstellungen. Ich weiss, dass ich wohl zu gegebener Zeit auf drei Blöcke werde umstellen müssen, aber je länger ich mit vier spielen kann, desto besser.

1. Liga. Westgruppe. Halbfinal-Serien (best of 5): Sion-Nendaz (1.) – Uni Neuenburg (4.), Star Forward Lausanne-Morges (2.) – Düdingen Bulls (3.).

Quelle: Frank Stettler / Freiburger Nachrichten