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Holzfällerhockey mit tristem Ende

Veröffentlicht: 15. Februar 2012 von cbaeriswyl in Saison 2010/2011

Die Düdingen Bulls waren in den letzten Jahren bekannt dafür, dass sie auch einen Playoffrückstand mit viel Kampf wettmachen konnten. Diesmal war aber alles etwas anders – auch das ein Spiegelbild einer durchzogenen Saison.

Mit der gestrigen 1:5-Niederlage gegen Forward Morges und dem damit verbundenen Ausscheiden in den Playoffviertelfinals der 1. Liga hat der HC Düdingen Bulls sein Saisonziel, die Halbfinals, klar verpasst. Die zahlreich erschienenen Zuschauer mussten gestern schon bald erkennen, dass das Feuer irgendwie nicht so richtig brennen wollte in diesem Team.

Dazu kam, dass gegen die konterstarken Waadtländer der frühe Gegentreffer in Unterzahl zusätzlich Gift für die Düdinger Moral war. Die Anspannung war den Spielern buchstäblich am Gesicht abzulesen: Verbissen versuchten sie, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Aber trotz mehr Spielanteilen der Bulls hatte man auf der Tribüne kaum den Eindruck, als ob sich am Verdikt des Ausscheidens noch etwas ändern könnte.

Anschlusstreffer gab neue Hoffnung 

Dank eines guten Hüters Yannic Aeby vermochten die Sensler das Spiel aber weiterhin offen zu halten. Bei der x-ten Überzahlsituation war es schliesslich Routinier Andreas Keller, der bezeichnenderweise den Puck im dritten Anlauf am äusserst starken Hüter Thuillard vorbeibrachte (35.). Das Spiel wurde nun zunehmend gehässig, insbesondere, als Düdingens Thomas Fasel das Eis blutend verlassen musste, sein Gegenspieler jedoch nur eine kleine Strafe erhielt, erhitzten sich die Gemüter. Düdingens Präsident Josef Baeriswyl tigerte auf der Tribüne herum, als ob es um den Meistertitel ginge. Sämtliche Düdinger Hoffnungen wurden jedoch noch vor Drittelsende zerschlagen, als die Gäste abermals eine Überzahlsituation auszunutzen wussten.

Kehrauspartie zum Schluss 

Im letzten Drittel brachten die Düdinger kaum noch einen Fuss vor den anderen. Müdigkeit, Frust und Ratlosigkeit brauten sich zu einem miserablen Mix zusammen, der in drei zusätzliche Gegentreffer mündete.

Nach dem Spiel stellte sich Düdingens Trainer Thomas Zwahlen jedoch schützend vor seine Jungs: «Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen. Sie haben gekämpft. Aber wir sind einfach nicht ins Spiel gekommen, lagen in den Aktionen immer zurück.» Der frühe Gegentreffer und die einmal mehr eklatante Powerplay-schwäche nannte er als Hauptgründe für den tristen Abschluss dieser mit Hochs und Tiefs gespickten Saison. «Die Playoffs waren für uns eigentlich das Spiegelbild der ganzen Saison. Wir waren als Team in der Garderobe toll, aber auf dem Eis passte es irgendwie nicht zusammen.»

Auch dem Trainer war zudem nicht entgangen, dass gewisse gestandene Spieler sicherlich nicht ihre beste Saison gespielt haben. «Wir müssen gewiss die eine oder andere Ergänzung ins Team einbauen», blickt Zwahlen, der mit seinem Assistent beim HC Düdingen bleibt, nach vorne. Dabei denkt er vorab an den Einbau von jungen Spielern, die den Umbau und die Erneuerung, die dieses Jahr eingesetzt haben, weiterführen sollen.

Telegramm 

Düdingen – Forward Morges (0:1; 1:1; 0:3)
Eishalle SenSee. – 647 Zuschauer. – SR: Dipietro (Jordi, Dreyfus). Tore: 3. V. Deriaz (M. Stastny, Ausschluss Bürgy) 0:1; 35. Keller (Holzer, Sassi; Ausschluss V. Deriaz) 1:1; 39. N. Deriaz (Merz; Ausschluss Brunner) 1:2; 47. Merz (Müller; Ausschluss Fasel) 1:3; 49. V. Deriaz (Merz, De-Camilli) 1:4; 59. M. Stastny (T. Stastny, Zryd) 1:5.

Strafen: 10-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Ayer) gegen die Bulls, 9-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Burri) gegen Morges

HC Düdingen Bulls: Aeby; Bertschy, Zwahlen; Rigolet, Jamusci; D. Roggo,
L. Dorthe; Fasel, Rigolet, Abplanalp; Ayer, Sassi, Holzer; Bürgy, Keller, Baeriswyl; Catillaz, Brunner.

Forward Morges: Thuillard; N. Deriaz, Burri; Zryd, Neuschwander; Stockburger, Müller; V. Deriaz, Merz, De-Camilli; Joliat, M. Stastny, T. Stastny; Kursner, Grand, Collaud.

Bemerkungen: Bulls ohne K. Roggo (verletzt). Ab 2. Drittel ohne Bürgy (Zähne ausgeschlagen). Fasel im 2. Drittel während fünf Minuten nach Kopfverletzung out. Catillaz mit Fussverletzung im 3. Drittel ausgeschieden. – 39. Timeout Morges, 52. Time-out Bulls.

Textquelle: FN

Mit einer 1:5-Niederlage in Martigny ist für die Düdingen Bulls die Saison 2010/11 zu Ende gegangen. Einen Tag nach dem Ausscheiden im Playoff-Halbfinal zog der Düdingen-Trainer Thomas Zwahlen für die FN Bilanz.

Thomas Zwahlen, wie geht es Ihnen heute, am Tag nach dem Ausscheiden im Playoff-Halbfinal?

Gut, ich bin froh, dass ich arbeiten kann und gesund bin. Schliesslich ist Eishockey «nur» ein Sport, und vor allem im Amateurbereich muss man eine Niederlage sportlich hinnehmen können.

Wie hat das Team auf das Saisonende reagiert?

Die Mannschaft hat das Aus sehr sportlich genommen. Es gab keine bösen Worte, keine gegenseitigen Vorwürfe. Genau das hat unser Team und jeden einzelnen Spieler dieses Jahr ausgezeichnet: der fantastische Zusammenhalt.

Das Einzige, was gestört hat, war, dass wir nach dem Spiel kein Bier in der Kabine hatten und nicht auf den Abschluss unserer guten Saison anstossen konnten. Das war mein Fehler. Aber ich habe einfach nicht gedacht, dass wir ausscheiden könnten.

Zum zweiten Mal in Folge haben Sie gegen Martigny das Entscheidungsspiel verloren …

Ausscheiden ist immer ärgerlich, aber dass es ausgerechnet gegen Martigny passierte, ist doppelt ärgerlich. Warum? Da herrscht einfach eine grosse Rivalität zwischen den beiden Teams, personifiziert durch einige Spieler und den Trainer.

Sie und Martigny-Trainer Laurent Perroton werden wohl kaum gute Freunde …

Eher nicht. Gegen Ende des Spiels, als unsere Niederlage eigentlich schon feststand, habe ich versucht, das Team zurückzuhalten. Ich habe ein Timeout genommen und gesagt, dass wir die Partie noch korrekt über die Bühne bringen und uns nicht zu Unsportlichkeiten hinreissen lassen wollen. Leider hat Martignys Trainer genau das Gegenteil gemacht. Er hat sein Team weiter angestachelt und aufgeheizt. Dadurch kam am Ende unnötigerweise eine gehässige Note ins Spiel. Schon in den Partien davor hatte sich Perroton leider uns gegenüber nicht immer respektvoll und fair verhalten.

Woran hat es gelegen, dass die Bulls am Donnerstag nicht nochmals zulegen konnten?

In den ersten Spielen haben wir ein 1-2-2-System gespielt, bei der Belle stellten wir auf ein 1-1-3 um. So konnte uns Martigny nicht mehr mit seinen langen Pässen aushebeln. Diese Taktik ging voll auf, die Spieler haben sie gut umgesetzt.

Das Problem war, dass wir sehr nervös waren. Ich weiss nicht genau, weshalb. Die Schlüsselszene war, als wir fünf Minuten zu fünft gegen vier spielen konnten und statt ein Tor zu schiessen eines kassierten. Nach diesem Shorthander war plötzlich die Angst da, einen weiteren Gegentreffer zu erhalten. Das hat uns eine Zeitlang gelähmt.

Nach dem 2:1 waren wir dann zehn Minuten am Drücker und standen dem Ausgleich nahe, doch just in diesem Moment erhielten wir ein blödes Tor. Da sind wir in ein mentales Loch gefallen.

Letztes Jahr haben Sie den Playoff-Final erreicht, diese Saison kam das Aus im Halbfinal. Welche Saison-Bilanz ziehen Sie?

Eine eindeutig positive. Die Playoff-Spiele gegen Martigny gingen auf einem hohen Level vonstatten. Das war etwas vom Besten, was man auf 1.-Liga-Niveau sehen kann. Ich kann mich nicht erinnern, letztes Jahr Spiele mit dieser Intensität und auf diesem Niveau gesehen zu haben. Dass wir auf diesem Niveau mehr als nur mithalten konnten, ist doch sehr erfreulich. Es war ein würdiges Ende einer tollen Saison.

Was sich schon vor Saisonbeginn abzeichnete, hat sich im Verlaufe der Meisterschaft leider bewahrheitet. Im Sturm waren wir zu wenig schlagkräftig, zu viel hing von einzelnen Spielern ab. Dadurch waren wir zu wenig effizient.

Was war das Schönste, das Sie diese Saison erleben durften?

Dass ich ein so tolles Team trainieren darf, ist genial. Es macht enormen Spass mit den Jungs. Ich habe ausnahmslos Spieler erlebt, die weiterkommen und Neues lernen wollten. Nicht nur die Jungen, sondern auch die Routiniers hängten sich voll rein.

Woran denken Sie nicht so gerne zurück?

Daran, dass wir nicht in den Playoff-Final gekommen sind und nicht Schweizer Meister wurden.
Traurig war ich, als ich im Dezember von der Trainerentlassung bei den Elite B des EHC SenSee gehört habe. Es tut immer weh, wenn im Amateurbereich ein Trainer gehen muss. Zudem hatte der Wechsel auch Auswirkungen auf unsere Zusammenarbeit beim Nachwuchs. Wir mussten alles neu strukturieren, am Schluss hat aber wieder alles gut harmoniert.

Nach der Saison ist vor der Saison – was steht bei Ihnen als Nächstes auf dem Programm?

Wichtig ist jetzt, dass jeder Spieler seinen Körper langsam herunterfährt. Deshalb werden wir noch einmal wöchentlich zusammen locker trainieren. Eine weitere Trainingseinheit absolviert jeder Spieler für sich, geht zum Beispiel zum Golfen oder so. Dann stehen die Ferien an. Im Mai geht es bereits wieder los mit dem Sommertraining.

Wissen Sie schon, wie das Team aussieht, das Sie dann leiten werden?

Es gibt noch viele offene Fragen zu klären. So wissen unter anderem die Teamstützen Matthieu Buchs, Didier Schafer, Pascal Zbinden, Lucien Dorthe und Patrick Rigolet noch nicht, ob sie noch eine Saison anhängen wollen.

Um erneut ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen, brauchen wir erfahrene Spieler. Die Jungen spielen zwar gut und machen Fortschritte, ohne Routiniers ist eine Finalteilnahme allerdings kaum möglich.

Textquelle: freiburger-nachrichten

Favorit Martigny setzte sich im entscheidenden fünften Halbfinal-Spiel gegen die müden Düdinger verdientermassen mit einem 5:1-Sieg durch. Der Heimklub war in dieser Belle die klar bessere und kaltblütigere Mannschaft.

Nach einer überraschenden 2:0-Führung in der der Best-of-5-Serie mussten die Bulls dem HC Martigny/Verbier wie im letzten Jahr im Final auf der Ziellinie doch noch den Vortritt lassen.

Den Einzug ins Endspiel gegen Sitten verpassten die Sensler allerdings nicht gestern Abend, sondern wohl schon vor einer Woche beim ersten Gastspiel im Unterwallis. Mit jedem Spiel in dieser einmal mehr ausgeglichenen Serie vermochte sich der Favorit zu steigern, während die Kräfte beim Zwahlen-Team immer mehr schwanden.

Die Entscheidung im gestrigen Spiel fiel eigentlich schon in der Startphase, als Düdingen in einem fünfminütigen Überzahlspiel statt in Führung zu gehen einen Shorthander kassierte. Der Anschlusstreffer anfangs des Mitteldrittels war im Endeffekt nur noch ein kurzes Aufbäumen vor dem endgültigen Untergang.

Martigny mit der feineren Klinge

Das erste Drittel ging etwas glücklich mit 2:0 an den Heimklub, der aus seinen Chancen mehr herausholte. Ein Shorthander und ein Überzahltor waren die zählbaren Ereignisse in der fast gefüllten Eisbahn. Zumindest eine Vorentscheidung fiel dann im mittleren Abschnitt, der wohl resultatmässig unentschieden endete, aber dem Gast, der im Gegensatz zum Gegner wiederum nur mit drei Sturmlinien antrat, fiel Kraft abforderte.

Vorweg das dritte Tor nach einem verdeckten Schuss von Rimann hinterliess bei den Bulls Spuren. Ihrem Hüter Buchs hatten es die Freiburger zu verdanken, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht höher zurücklagen.

Eine Szene zehn Minuten vor Spielende war dann symptomatisch für diesen Match: Während das Duo Fontana/ Zbinden vor dem ebenfalls guten Walliser Goalie Brügger scheiterte, gelang im Gegenstoss Grezet aus spitzem Winkel das alles entscheidende 4:1. Danach verloren in beiden Lagern einige Spieler trotz des klaren Spielstandes etwas die Nerven, was noch zu einigen unschönen Szenen führte.

Die Bulls waren ein ebenbürtiger Gegner

Am Schluss feierten Martigny und seine Fans den Einzug ins Endspiel gegen den Walliser Kantonsrivalen Sitten verständlicherweise überschwänglich.

Trotz dem Ausscheiden im Halbfinal können die Bulls mit der Saison und der Serie gegen das starke Martigny mehr als zufrieden sein. «Uns fehlte zuletzt in den entscheidenden Momenten etwas die Frische im Kopf», zog Trainer Thomas Zwahlen nach dem Spiel ein erstes Fazit.
Mit Martigny/Verbier ging am Ende aber doch das bessere Team als Sieger vom Eis. Bei den Wallisern war die Last auf mehrere Schultern verteilt, und dies spielte im Finale das Zünglein an der Waage. So oder so hat Düdingen den Aufstiegsaspiranten einmal mehr gefordert und hätte mit ein bisschen mehr Glück sogar die Sensation geschafft. Nervös hat man die reichen roten Teufel aus dem Unterwallis allemal gemacht.

Textquelle: freiburger-nachrichten

Martigny – Düdingen 5:1 (2:0, 1:1, 2:0)

Forum d’Octodure. – 2400 Zuschauer (Gratiseintritt).
Tore: 7. Siritsa (Lussier, Ausschluss Locher!) 1:0, 19. Moret (Gastaldo, Villa/Auschluss Ayer) 2:0, 21. (20:09) Zbinden (Schafer) 2:1, 31. Sammali (Gastaldo) 3:1, 51. Grezet (Rimann) 4:1, 54. K. Imsand (Eigentor Robert) 5:1.
Strafen: 4-mal 2 Min. plus 5 Min. plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Locher) gegen Martigny; 9-mal 2 Min gegen die Bulls.

HC Red Ice Martigny: Brügger; Bernasconi, Girardin; Cretton, Schaller; Villa, R. Müller; Burdet, Siritsa, A. Lussier; Moret, Gastaldo, Ançay; Rimann, D. Imsand, Grezet; Locher, K. Imsand, Depraz; Sammali, Gianella.

HC Düdingen/Bulls: Buchs; Rigolet, Dorthe; M. Zwahlen, Bertschy; Robert, Aebischer; Jamusci; Schafer, Zbinden, Piemontesi; Sassi, Fontana, Th. Fasel; Ayer, Bäriswyl, Bürgy; K. Roggo