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Es bleibt noch einiges zu tun

Veröffentlicht: 18. September 2017 von cbaeriswyl in Saison 2017/2018, Spielbericht

Der Düdinger Andri Kessler (M.) versucht, vor dem Waadtländer Tor für Verwirrung zu sorgen.

Den Düdingen Bulls ist die Premiere in der neu gegründeten Swiss Regio League misslungen. Die von Verletzungssorgen geplagten Sensler verloren am Samstag zu Hause gegen Star Forward Lausanne Morges mit 3:4.

Die Vorzeichen für das Auftaktspiel in der Swiss Regio League standen für die Düdingen Bulls alles andere als gut. So sind die Teamstützen Joël Sassi (sollte demnächst wieder fit sein) und Philipp Fontana (fällt noch mehrere Wochen mit Rippenbruch aus) momentan nicht einsetzbar. Zudem absolvieren Yannic Chassot und Benjamin Bussard momentan die Rekrutenschule und konnten so die Vorbereitung nicht mitmachen. Immerhin konnten Jonas Braichet und Maic Spicher am Samstag wieder auflaufen, nachdem sie ihre Verletzungen auskuriert hatten. Wunder durfte man aber auch von ihnen kaum erwarten. Zu allem Überfluss fiel dann auch noch Verteidiger Jannick Bertschy früh aus.

Wenig berauschender Start

Zwar konnten die Bulls schon nach wenigen Sekunden mit einem Mann mehr auf dem Eis agieren, doch im ersten Powerplay der Saison vermochten sie kaum, gefährlich vor das gegnerische Tor zu gelangen. Düdingen hatte ganz offensichtlich einige Mühe mit dem aufsässigen Forechecking der Gäste. So gelang oftmals bereits der erste Pass nicht wunschgemäss und ermöglichte den Waadtländern immer wieder Druckphasen vor dem Düdinger Tor. Genau eine dieser Situationen brachte den Gästen den Führungstreffer: Die Gastgeber hatten eigentlich geordnet einen neuen Angriff starten wollen, der Pass wurde jedoch von einem Gegner abgefangen – und schon brannte es lichterloh vor Hüter Fabian Zaugg. Dieser vermochte zuerst noch zwei alleine vor ihm stehende Waadtländer zu bändigen, schliesslich konnte er aber gegen den platzierten Schuss von Millet nichts mehr ausrichten. Doch auch dieser Treffer vermochte die Einheimischen nicht wachzurütteln – im Gegenteil. Nur knappe anderthalb Minuten später musste Zaugg bereits wieder hinter sich greifen. Erneut war ein katastrophaler Pass aus der Defensive der Ursprung dieses Tores. Auch diesmal wehrte Zaugg zwar zuerst noch ab, konnte dann aber gegen den Nachschuss des unbedrängten Captains Delessert nichts mehr ausrichten.

Zum Mitteldrittel erschienen die Bulls wesentlich engagierter. Erneut kassierten die Gäste kurz nach Wiederbeginn eine Strafe. Diesmal wussten dies die Düdinger auszunutzen und kamen mit einem Schlenzer von Simon Perdrizat zum Anschlusstreffer. Und kurz vor Spielhälfte glich Verteidiger Ludovic Hayoz in doppelter Überzahl sogar aus. Nun schienen die Düdinger die Partie endgültig in die eigenen Hände zu nehmen. Zudem schlichen sich bei Morges-Lausanne mehr Fehler ein, und immer wieder musste ein Gast wieder auf der Strafbank Platz nehmen. Doch statt dies auszunützen, kassierten die Bulls in der 34. Minute einen äusserst dummen Shorthander, als Sandro Abplanalp seinen Gegenspieler an der Bande entlang nur von hinten sah und Captain Delessert schlussendlich auch Hüter Zaugg zum 2:3 erwischte. Und nur Sekunden vor der zweiten Pause stellten die Gäste den alten Zweitorevorsprung wieder her: In einem Powerplay liess sich Zaugg zwischen den Schonern hindurch erwischen.

Anschlusstreffer zu spät

Im letzten Abschnitt waren die Gastgeber zwar sichtlich bemüht, diesem Spiel nochmals eine andere Wendung zu geben. Doch dazu fehlte in den ersten Pässen zumeist schon die Präzision. Zudem gingen zu viele Pucks in den Duellen verloren. So war man lange Zeit nicht imstande, Druck auf das gegnerische Tor auszuüben. Allerdings war auch Star Forward alles andere als überzeugend und immer mehr nur darauf bedacht, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Der Anschlusstreffer durch Jonas Braichet, der eine Direktabnahme von Captain Michel Zwahlen abgelenkt hatte, kam zwei Minuten vor Ende der Partie etwas spät. Immerhin warfen die Düdinger in den Schlussminuten, als die Gäste endgültig nervös wurden und noch Strafen kassierten, nochmals alles nach vorne. Ausser einigem Geplänkel vor dem Waadtländer Tor wollte aber nichts Zählbares mehr herausschauen.

«Wir starteten sehr nervös»

Trotz der Startniederlage wollte Düdingens Trainer Thomas Zwahlen nicht alles nur schwarzsehen: «Ich habe heute zwei gute Teams gesehen, die sich einen interessanten Match geliefert haben.» Die Widrigkeiten für sein Team hätten aber zu schwer gewogen: «Wir können in dieser Liga nur bestehen, wenn wir vollzählig agieren können. Doch das können wir im Moment nicht.» Sein Team habe sehr nervös begonnen und sei dann auch durch individuelle dumme Fehler in Rückstand geraten, meinte Zwahlen weiter. «Aber im zweiten Drittel haben wir die Partie sehr gut in den Griff bekommen, aber auch da haben uns dann wieder unglaubliche Fehler zurückgeworfen. Und im letzten Abschnitt raubten wir uns immer wieder in den dümmsten Momenten mit unnötigen Strafen das gute Momentum. Ich hätte heute sehr gerne Punkte geholt, aber in Anbetracht der Situation müssen wir dieses Resultat akzeptieren. Meinen Spielern kann ich jedenfalls keine allzu grossen Vorwürfe machen.»

Telegramm

Düdingen – Star Forward 3:4 (0:2; 2:2; 1:0)

Eisbahn Sense-See. – 321 Zuschauer. – SR: Leimgruber (Baumgartner, Cantamessi). Tore: 17. Millet (Stemer) 0:1. 19. Delessert (Fasel) 0:2. 22. Perdrizat (Kessler; Ausschluss Gachet) 1:2. 30. Hayoz (Langel, Fleuty; Ausschlüsse Mora, Meyrat) 2:2. 34. Delessert (Ausschluss Matewa!) 2:3. 40. Riedi (Meyrat, Gachet; Ausschluss Hayoz) 2:4. 58. Braichet (Zwahlen, Sablatnig) 3:4. Strafen: 9-mal 2 Minuten gegen Düdingen, 10-mal 2 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (unsportliches Verhalten eines Team-Offiziellen) gegen Star Forward.

HC Düdingen Bulls: Zaugg; Bertschy, Zwahlen; Hayoz, D. Roggo; Thom, Blanchard; Nussbaumer; Langel, Fleuty, Abplanalp; Spicher, Dousse, Braichet; Knutti, Perdrizat, K. Roggo; Sablatnig, Privet, Kessler.

Star Forward Lausanne Morges: Fragnoli; Fasel, Meyrat; Stemer, Matewa; Diem, Leva; Piquerez, Delessert, Gachet; Riedi, Lahache, Brot; Mora, Millet, Derder.

Bemerkungen: Düdingen ohne Sassi und Fontana (verletzt) sowie ohne Chassot und Bussard (beide RS). – Pfostenschuss Spicher (32.). Time-out Düdingen (59:24) und ab 59:00 ohne Torhüter.

Quelle: Markus Rudaz / Freiburger Nachrichten

Ein Spiel als Abbild der Saison

Veröffentlicht: 6. März 2017 von cbaeriswyl in Saison 2016/2017, Spielbericht
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Die Düdingen Bulls sind nach der 3:4-Heimniederlage im Halbfinal der Westschweizer 1. Liga gegen Star Forward ausgeschieden. Auch im letzten Saisonspiel wechselten sich bei den Senslern Licht und Schatten in bunter Folge ab.

Schlussendlich muss man es akzeptieren, dass der Gegner mit drei Siegen nun mal das Weiterkommen verdient hat. Punkt!», meinte ein sichtlich enttäuschter Düdingen-Coach Thomas Zwahlen am Samstagabend nach dem Spiel. Verärgert war er vorab deshalb, weil sein Team in diesem vierten Halbfinalspiel eigentlich die bessere Mannschaft gewesen war, seine Chancen jedoch oft nicht zu verwerten wusste und in der Defensive zum Teil haarsträubende Geschenke machte.

Die Bulls starteten mit viel Tempo in die Partie – ganz offensichtlich hatte der Overtime-Sieg am Donnerstag in Lausanne einiges an Auftrieb gegeben. So verbuchte man bereits in den Anfangsminuten zwei hochkarätige Chancen durch Jonas Braichet und Yannick Chassot, die jedoch beide kläglich scheiterten. Genau mit Ablauf der ersten Strafe des Spiels gingen die Gäste erstmals in Führung, als Chabloz einen Abpraller unbedrängt ins Tor schieben konnte. Die Reaktion der Gastgeber folgte aber schon bald, als Catillaz das Lausanner Tor kopierte und seinerseits den Puck am Torhüter vorbei einschob (15.). Der Stadion-Speaker war noch daran, diesen Treffer zu verkünden, als es bereits wieder auf der anderen Seite einschlug. Unglaublich, wie sich die Düdinger – noch im Torrausch – nach dem Anspiel erwischen liessen.

Wie gewonnen, so zerronnen

Das Mitteldrittel begann für die Gastgeber, die von über 500 Zuschauern unterstützt wurden, alles andere als verheissungsvoll: Derek Diem erwischte Bulls-Hüter Damian Guggisberg mit einem Schüsschen von der blauen Linie zwischen den Schonern hindurch. Allerdings war dem Schlussmann die Sicht verdeckt. Vorerst vermochten die Bulls nicht auf diesen Zwei-Tore-Rückstand zu reagieren. Sie waren zwar mehrheitlich in Scheibenbesitz, viel Konstruktives brachten sie jedoch nicht zustande. Auch eine doppelte Überzahl während zwei Minuten brachte den Anschlusstreffer nicht. Erst in der 34. Minute war es Philipp Fontana, der im Slot goldrichtig stand. Nun nahmen die Einheimischen Fahrt auf, keine zwei Minuten später gelang Joël Sassi das Tor des Abends, als er eine von der Bande zurückfliegende Scheibe unhaltbar unter das Tornetz hämmerte. Nun schienen definitiv alle Vorteile aufseiten der Gastgeber. Doch wie beim ersten Ausgleich währte auch diesmal die Freude nicht lange: In der 39. Minute schloss Vladimir Burri einen Konter erfolgreich ab, wobei auch dieser Treffer nicht unhaltbar schien.

Am Ende fehlte die Kraft

Das Schlussdrittel lebte vorab von der Spannung und weniger vom auf dem Eis gebotenen Spektakel. Einerseits taten die Gäste nun kaum mehr etwas für das Spiel, begnügten sich damit, dieses zu kontrollieren und allenfalls auf einen Konter zu lauern. Düdingen seinerseits verrannte sich mehr und mehr in Einzelaktionen. Und allmählich schien den Senslern auch etwas die Luft auszugehen, rieben sie sich doch andauernd in mit harten Bandagen geführten Zweikämpfen auf. Auch die Herausnahme des Torhüters brachte in der Schlussphase den Ausgleich nicht mehr.

Damit sind die Bulls im Halbfinal mit 1:3 ausgeschieden und können die Ferien planen. Für Düdingens Trainer Thomas Zwahlen war diese Partie ein Spiegelbild der gesamten Saison: «Es ging immer wieder auf und ab – auch in diesem Spiel. Es war heute sehr schwierig zu coachen. Nach den Ausgleichstreffern verfiel die ganze Mannschaft in eine offensive Euphorie – das Resultat bestand in schnellen Gegentore.» Für Zwahlen ist vorab bedauerlich, dass der Gegner eigentlich absolut in Reichweite lag, ja, die Bulls zumindest spielerisch sogar stärker waren. «Das erste Spiel in dieser Serie haben wir eigentlich verhauen. Im dritten Spiel konnten wir aber doch noch einmal etwas zusetzen. Heute war es aber wieder ein sehr inkonstantes Spiel. Es tut schon weh, vor eigenem Publikum so abzuscheiden.» Thomas Zwahlen wird nun vorab noch Spieler sichten, denn auch ihm ist klar, dass das Team für die Swiss Regio League auf einigen Positionen etwelche Verstärkungen braucht, um mithalten zu können.

Telegramm
Düdingen – Star Forward 3:4 (1:2; 2:2; 0:0)

Eisbahn SenseSee: 531 Zuschauer. SR: Paroz (Houriet, Humair). Tore: 12. Chabloz (Chételat, Brot ; Ausschluss Sassi) 0:1 ; 15. (14 :15) Catillaz (Sassi, Ayer) 1:1 ; 15. (14 :29) 1:2 ; 24. Diem 1:3 ; 34. Fontana ( Bertschy, Braichet) 2:3 ; 36. Sassi (Zwahlen) 3:3; 39. Burri (Chételat) 3 :4.

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen die Bulls ; 8-mal 2 Minuten gegen Star.

HC Düdingen Bulls: Guggisberg; L. Hayoz, Progin; Thom, Zwahlen; Bertschy, Blanchard; Catillaz, Sassi, Ayer; Dousse, Fontana, Braichet; K. Roggo, Baeriswyl, Perdrizat; Chassot, Spicher, Knutti.

Star Forward: S. Pittet; Schneider, Burri; L. Pittet, Diem; Leva, Duc; Savary, Gachet, Parmigiani; Mora, Milet, Derder; Chabloz, Brot, Chételat; Lahache, Maillard, Piquerez.

Bemerkungen: Düdingen ohne die verletzten Sturny, M. Hayoz, D. Roggo, Braaker und Bussard. Pfostenschuss Mora (35.). 60. Timeout Bulls. Düdingen ab 59:20 ohne Torhüter.

Schlussstand Serie (best of 5): 1:3. – Star Forward trifft im Final auf den HC Sion.

Quelle: Markus Rudaz / Freiburger Nachrichten

Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe kämpfte 1.-Ligist Düdingen Bulls noch gegen das Saisonende. Mit 0:2 lagen die Sensler in der Playoff-Halbfinalserie (best of 5) gegen Star Forward im Hintertreffen. Für die gestrige dritte Partie lautete das Motto der Bulls deshalb «Verlieren verboten». Nachdem Jonas Braichet die Düdinger im Startdrittel in Führung geschossen hatte, kehrten die Gastgeber mit einem Doppelschlag kurz nach Beginn des dritten Drittels die Partie. In der 53. Minute rettete Philippe Fontana mit seinem Treffer zum 2:2 die Mannschaft von Trainer Thomas Zwahlen in die Overtime – und hielt damit die Hoffnung auf eine vierte Partie am Leben.

Quelle: Freiburger Nachrichten